Bambi verstehts nicht
So, da sitze ich seit Wochen in einem Kurs in dem angeprangert wird, dass die Kurse “Mutter-Kind-Kurse” heissen und nicht “Eltern-Kurse” oder, dass erst jetzt mit der Elternzeit beide Partner erwähnt werden. Gleichzeitig wird aber auch seit Wochen pauschal von “der Frau” und “dem Mann” gesprochen.
Da sich der Kurs zu 90% aus Frauen zusammensetzt wird gewohnheitsgemäss darüber gestöhnt, dass der Mann sich nicht so an der Hausarbeit und der Kindeserziehung beteiligt. Standart, bei dem ich um ehrlich zu sein die meiste Zeit nicht zugehört habe, oder mir meine zynischen Kommentare verkniffen habe.
Heute kam dann das Thema “Haushaltsarbeit” und die Aufteilung bzw. das outsourcen im Sinne von PutzFRAUEN engagieren auf den Tisch. Nach kurzem und zähen hin und her, in dem mal wieder gesagt wurde, dass die Männer weniger im Haushalt machen, wurde die Frage aufgeworfen, wie wir das denn in unserem Privatleben handhaben.
Ja, wie handhabt man das?!
Meine Wortmeldung, dass das wohl bei jedem (bzw. jedeR in diesem Fall) selbst liegt, was sie da mit sich machen lässt oder eben nicht, und dass man seinem Partner nunmal einfach sagt: “Hier, 50/50″ ging ein rauschen durch den Kurs. Und schwupps wurde mir unterstellt, dass das nur in der Theorie funktioniere. Auf meine Antwort, dass das sehr wohl auch in meiner Praxis funktioniert werde ich mitleidig von der ca 20 Jahre älteren Frau angeschaut. Auch meine etwa 24 jährige Kommilitonin, mit eigenem Kind, unterstellte mir, dass das gar nicht so bei mir zu Hause sei.
Mein Einwand, dass ich sicher nicht abends von der Arbeit nach Hause komme und den Typen auf der Couch liegen lasse, während ich alles sauber mache wurde mit einem “Naja dominante Frauen” Zwischenkommentar aus irgendeiner dunklen Ecke quittiert und ein Typ erdreistete sich wirklich zu sagen, dass wir Frauen das ja gar nicht so mögen wie sie, die Männer, putzen würden.
Als ich daraufhin sagte, “naja, dann putzt du das eben nochmal und nochmal, solange bis es sauber ist und du es gelernt hast” wurde mit einem ungläubigen Blick der Damen um mich herum übergangen, manche lächelten peinlich berührt.
Da frage ich mich ganz ernsthaft: Was ist da passiert?!
Ohne Witz: Ich bin erschüttert!! Hallo, es kann doch nicht sein, dass ich 2008 in einem Kurs an der Uni sitze, mit über 50 Leuten im Alter zwischen keine Ahnung 21 und 45 und davon hat keiner in seiner Partnerschaft eine 50/50 Aufteilung im Haushalt ?!!!??
Die haben da alle mal auf irgendeine Art ihr Abitur gemacht, die sitzen an der Universität und studieren, aber bekommen zu Hause keine gerechte Aufteilung (die ja meinetwegen anders als 50/50 verteilt sein kann) hin??
Wie kann das sein? Da setzt man sich einmal mit seinem Partner hin und teilt auf. Zack, fertig.
Immerhin leben wir doch in einer PARTNERschaft, in der beide PARTNER die gleichen Rechte und Pflichten haben, oder? Wieso wird dann beim Haushalt offensichtlich in Mann und Frau unterschieden?
Mir wäre neu, wenn Männer chronisch unter einer Allergie gegen Putzmittel leiden, ebenfalls neu wäre mir, wenn mir als Frau das putzen im Blut liegen würde.
Geben sich diese Damen all die Wochen so emanzipiert, dass sie ELTERN Kurse wollen und dann koennen sie ihrem Typen zu Hause nicht den Putzlappen in die Hand drücken. Scheisse.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass viele auch einfach nur gerne die Jammerposition innehaben. Hach, mein Mann…der hilft mir nie im Haushalt…hach und seine Socken die liegen immer aufm Boden rum..hach…
Ganz im ernst, wenn solche Dinge schon nicht funktionieren, dann ist unsere Emanzipation daran gescheitert, dass wir blöde, duckmäuserige Jammerlappen sind.
und dann ist sie auch zu recht gescheitert!



